Nachdem Du nun mit der Atemübung richtig schön durchgeatmet hast, folgt im Autogenen Training die Herzübung.

 Auch dieser Teil der Serie ist natürlich keine genaue Anleitung, sondern soll Dir einen Überblick verschaffen über das, worauf es bei dieser Übung ankommt.

Die Herzübung ist sehr eng mit der Atemübung und der Wärmeübung verbunden. Durch die Wärmeübung stellen sich unter anderem Deine Blutgefäße weiter, so dass Dein Blut leichter fließen kann und der ganze Körper gut durchblutet wird. An diesem Blutfluss ist das Herz natürlich maßgeblich beteiligt. 

Mit der Atemübung wiederum vertiefst Du Deine Entspannung durch das Beobachten des Atemrythmus – und auch in der Herzübung geht es natürlich um einen Rhythmus: den Deines Herzschlages. Außerdem beeinflusst Dein Atem natürlich auch Deinen Herzschlag.

Warum eine Herzübung?

Das Herz schlägt unser ganzes Leben lang völlig selbstständig und – wenn es gesund ist – auch stets zuverlässig. Es ist ein regelrechter Workaholic: Wenn man eine durchschnittliche Pulsrate von 80 Schlägen pro Minute zugrunde legt (was natürlich nur eine theoretische Größe ist), kommt man am Tag auf 115.200 Herzschläge. Im Jahr macht das 42.048.000 Schläge.

In einem achtzig Jahre langen Leben wären das 3.363.840.000 Herzschläge. Wenn das keine Leistung ist! Und natürlich auch ein Grund, diesem fleißigen Muskel mit der Herzübung ein wenig Erholung zu bieten.

Warum eine Herzübung?

Das Herz profitiert natürlich auch von den anderen Übungen des Autogenen Trainings, denn die allgemeine Entspannung lässt es schon zur Ruhe kommen. Die Herzübung legt den Fokus aber noch einmal gezielt auf unseren nimmermüden „Motor“. 

Unsere Gefühle beeinflussen das Herz sehr – es schlägt schneller vor Aufregung und Angst, aber auch vor Freude oder wenn wir körperlich aktiv sind, es schlägt langsamer wenn wir uns ganz ruhig und entspannt fühlen. Schon daran wird deutlich, warum das Autogene Training sich positiv auf das Herz auswirken kann.

Manchmal kommt es übrigens auch etwas aus dem Takt. Das kann organische Ursachen haben, kann aber auch stressbedingt sein. Manchmal liegt auch eine Störung im Mineralstoffhaushalt zugrunde.

Die Durchführung der Herzübung 

Wie bei der Atemübung geht es auch bei der Herzübung nicht darum, den Herzschlag willentlich zu beeinflussen. Das Ziel ist, sich einfach einmal auf ihn einzulassen. Dabei versucht man, den Takt des Herzens zu spüren.

Wer damit Schwierigkeiten hat, kann versuchen, zunächst einmal seinen Puls zu erspüren, denn dieser ist ja letztendlich so etwas wie ein „Symptom“ des Herzschlages.

Auch alle, denen es unheimlich oder unangenehm ist, sich auf das Herz zu konzentrieren, können sich auf den Pulsschlag konzentrieren. Erzwingen sollte man hier nichts – wenn es sich unangenehm anfühlt, solltest Du das akzeptieren. Es gibt viele Menschen, denen es bei der Herzübung so ergeht, vielleicht weil gerade das Herz so eine zentrale und überlebenswichtige Rolle spielt.

Wenn Du den Takt deines Herzens oder Deinen Pulsschlag gefunden hast, versuche, Dich ebenso wie bei der Atemübung darauf einzulassen und Dich von dem gleichmäßigen Takt des Herzens beruhigen zu lassen. Denk einmal an das Ticken einer analogen Uhr, das kann einen ja auch ziemlich einlullen.

Vielleicht schlägt Dein Herz zuerst einmal etwas schneller, wenn Du Dich ihm zuwendest. Das ist normal und muss Dich nicht irritieren. Es wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder beruhigen, wenn Du die Herzübung fortsetzt. Lass Dir Zeit.

Als nächstes solltest Du Dir während der Herzübung vorstellen, dass in Deinem Brustkorb befreiende Weite vorhanden ist, so dass auch Dein Herz Platz und Spielraum hat und sich nicht eingeengt fühlen muss.

Die Hauptformel

Wie zu jeder Übung gibt es auch zur Herzübung die passende Formel. Wie immer gibt es verschiedenen Abwandlungen, aber eine der Standardformeln lautet:

„Mein Herz schlägt ruhig und regelmäßig.“

Du kannst die Formel ergänzen durch:

„Es hat viel Platz und Spielraum.“

Im Anschluß daran folgt dann wie immer die Ruheformel, bevor es weiter geht mit der Bauchübung.

 

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